News
Lesung: Frauen und Kunst
Montag, 21. Mai 2012, 19.30 Uhr, im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes, Merzig - Bahnhofstraße
Die Künstlerinnengruppe „SaArt“ wird mit dieser Lesung den Grundstein für ihre nächste Ausstellung legen. Maria-Doro Brandt wird aus fünf unterschiedlichen literarischen Werken großer Frauen auszugsweise lesen, die hier von Bernadette Schroeteler und Christa Laug besprochen werden:
- George Sand: Ein Winter auf Mallorca
- Lily Brett: Chuzpe
- Paula Modersohn-Becker: Kunst ist doch das Allerschönste
- Ulla Hahn: Das verborgene Wort
- Elizabeth von Arnim: Verzauberter April
Im Anschluss daran wird ein literarisches Werk als Grundlage für das nächste Ausstellungsthema (Vernissage am 12. Oktober 2012) ausgewählt. Die Literatur bietet hierbei die Möglichkeit, das geschriebene Wort wirken zu lassen um diesem dann einen markierten Raum zu geben. So wird aus Büchern Bewegung, die Texte verlassen den Raum, Grafiken erzählen Geschichten und werden so sichtbar gemacht. Mit der Ausstellung sprechen die Künstlerinnen eine Einladung zu einer Reise durch die Vielfalt der zeitgenössischen Buchkunst aus.
Veranstalterinnen:
Buchhandlung Rote Zora
Gleichstellungsstelle des Landkreises Merzig-Wadern, Bernadette Schroeteler, Christa Laug
Die Künstlerinnengruppe „SaArt“ ist eine Vernetzung von Künstlerinnen und an Kunst interessierten Frauen aus dem Landkreis Merzig-Wadern und Umgebung. Entstanden ist die Gruppe im Jahre 2007 und wird organisatorisch durch die Frauenbeauftragte des Landkreises Merzig-Wadern, Bernadette Schroeteler und Christa Laug, Trainerin für kunsttherapeutisches Gestalten, geleitet.
Was macht Kunst von Frauen aus?
Jahrhunderte lang spielten Frauen als Künstlerinnen im Bewusstsein der Öffentlichkeit kaum eine Rolle, heute aber setzen Frauen in der Kunst deutliche Akzente. Was macht Kunst von Frauen aus? Die Künstlerinnen von „SaArt“ gehen dabei nicht aus einer kämpferisch-feministischen Position an die Kunst heran, vielmehr betrachten sie diese mit den Augen einer Frau. Wie diese Welt nun aussieht, konnten die Künstlerinnen in den vergangenen erfolgreichen Ausstellungen zeigen. Seit der Gründung von „SaArt“ haben mehrere interessante Aktionen und Ausstellungen in der Region stattgefunden.
Paula Modersohn-Becker:
Kunst ist doch das Allerschönste - Briefe einer jungen Künstlerin
ISBN: 978-3-458-19299-2
Insel Verlag, 12,80 €
Paula Modersohn-Becker ist für mich eine inspirierende und große Künstlerin. In ihrem Büchlein „Kunst ist doch das Allerschönste“ beschreibt sie in ihren Briefen nicht nur ihr Lebensgefühl und ihr Empfinden, sondern stellt bildlich ganz wunderbar auch ihr künstlerisches Schaffen und ihr Leben als Künstlerin dar. Die Briefe an ihre Eltern, ihren Mann und ihre Freunde sind voller Sensibilität, großem Tatendrang und geprägt von einem starken Lebensmut. Ich empfand beim Lesen oft so etwas wie Melancholie und Traurigkeit auf der einen Seite und auf der anderen Seite spürte ich eine große Zielstrebigkeit und Eigenwilligkeit, die von ihr ausgeht. Ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass sie eine Vorahnung über ihr kurzes Leben hatte und sie aus diesem Grunde ihr Lebensgefühl, ihre wertvollen künstlerischen Eindrücke über die bildnerische Darstellung zusammenfasst. Sie wurde nur 31 Jahre alt und war eine der bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus. Ein kleines Büchlein, mit großem Inhalt - eine bildhafte Wegebeschreibung. Absolut lesenswert und beeindruckend! Bernadette Schroeteler
Lily Brett:
Chuzpe
ISBN: 978-3-458-35770-4
Insel Verlag, 9,95 €
Lily Brett wurde 1946 in Deutschland geboren. Ihre Eltern heirateten im Ghetto von Lodz. 1948 übersiedelte die Familie nach Australien. „Chuzpe“ (aus dem Hebräischen, übersetzt mit Dreistigkeit, Frechheit, Unverfrorenheit). Für mich ist das Buch ein witziger, leicht zu lesender Roman, der aber nicht kitschig ist. Zu Beginn hatte ich zwar kleine Anlaufschwierigkeiten, aber dann kam ich schnell ins Lesen. Die vierundfünfzigjährige erfolgreiche Geschäftsfrau in New York ist ganz und gar nicht mit der Lebensphilosophie ihres 87-jährigen Vaters Edek einverstanden. Denn der verwitwete Vater hat eigene Vorstellungen über seine Lebensgestaltung. Edek hat den Holocaust überlebt und bei einer Reise nach Auschwitz mit seiner Tochter Ruth zwei verwitwete Freundinnen kennen gelernt, mit denen er ein Restaurant eröffnen möchte. Er möchte sich seinen Traum erfüllen und das Alter spielt dabei keine Rolle. Eine beschwingte Geschichte über Amerikaner mit jüdischen Wurzeln in New York und eine Tochter-Vater-Beziehung, die mit Humor erzählt wird. Ich fand die Handlung sehr vergnüglich und musste oft über Edeks verschrobene Ausdrucksweise und seine Wortverdrehungen schmunzeln. Der falsche Gebrauch gewisser Wörter wie „sowieso“, die auf sein schlechtes Englisch aufmerksam machen sollten, wird gut rübergebracht und machen ihn als Person umso sympathischer. Ein Buch für alle Anlässe. Für lange Bahnreisen, wie auch als Abendlektüre zu empfehlen oder… Bernadette Schroeteler
George Sand:
Ein Winter auf Mallorca
ISBN: 978-3-458-35774-2
Insel Verlag, 7,95 €
George Sand wurde am 01. Juli 1804 in Paris unter dem Namen Amandine-Aurore-Lucile Dupin de Francueil geboren. Sie war eine französische Schriftstellerin, die neben Romanen auch zahlreiche sozialkritische Beiträge veröffentlichte. Sie setzte sich mit ihrem Leben und ihren Werken sowohl für feministische als auch für sozialkritische Ziele ein. Das war mit ein Grund für mich, dieses Buch zu lesen. „Ein Winter auf Mallorca“ ist die sprudelnde Darstellung eines Winters im Jahre 1838, den George Sand mit den beiden Kindern Solange und Maurice, sowie dem Geliebten Chopin verbringt. In die brillante und facettenreiche Sprache musste ich mich erst einmal einfühlen. Gut getan hat mir dabei eine Musik-CD mit Musiktiteln Chopins. Es gelang mir so ganz gut, diesen Reisebereicht über Mallorca und die sprachliche Freude und Trefflichkeit von George Sands Eindrücken und Gedanken nachzufühlen. Die Beschreibung der Bewohner mit ihren Sitten und Gebräuchen, all das wurde plötzlich ganz lebendig. Sehr trefflich wird die Suche und die Unterbringung der ungewöhnlichen Reisegruppe mit dem kränklichen Chopin in dem verlassenen Karthäuserkloster und die Ablehnung in der Bevölkerung beschrieben; selbst das anhaltende schlechte Wetter wird spürbar. Ich dachte zwar, ich könnte mehr über Chopin erfahren, das war leider nicht der Fall. George Sand ist es in ihrem Buch wunderbar gelungen, das Denken der Oberschicht Anfang des 19. Jahrhunderts zu beschreiben. Ebenfalls wird im Roman die Insel Mallorca, die Natur mit Flora und Fauna, farbenreich und blumig beschrieben. Nicht nur für Mallorca Freunde ist dieses Buch empfehlenswert. Es ist eine Zeitreise in ein Mallorca, wie man es vielleicht noch nicht kennt, aber kennen sollte. Wunderbar, ungewohnter Schreibstil, aber schnell einzulesen! George Sand, eine wunderbare Frau, mit viel Leben! Bernadette Schroeteler
Elisabeth von Arnim:
Verzauberter April
ISBN: 978-3-458-34957-0
Insel Verlag, 9,00 €
„An jene, die Glyzinien und Sonnenschein zu schätzen wissen. Kleines mittelalterliches Castello an der italienischen Mittelmeerküste für den Monat April zu vermieten. Z. Postfach 1000, The Times.“ Zu Beginn der 1920er Jahre bringt diese kleine Anzeige in der „Times“ zwei Frauen in ihrem Londoner Club zu dem Entschluss, den April fern von ihrem Alltag und ihren Ehemännern in Italien in einer zu vermietenden Villa zu verbringen. Um die Reise finanzieren zu können, suchen sie zwei weitere Damen, die mit ihnen diesen Urlaub verbringen möchten. Auf diese Weise bildet sich eine Zweckgemeinschaft von vier verschieden gearteten Charakteren in Gestalt von vier englischen Damen aus unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft. Die vier Protagonistinnen sind in ihren Eigenarten und in ihrem Charakter sehr feinsinnig beschrieben und beobachtet. Nach und nach kann der Leser vergnüglich - aber auch mit Tiefgang - die Verwandlung und Entwicklung der Frauen miterleben. Ein Buch, welches Bilder vor dem Auge entstehen lässt und alle Sinne ansprechend auf den Leser wie Ferien im Süden wirkt. Christa Laug
Ulla Hahn:
Das verborgene Wort
ISBN: 978-3-423-21055-3
DTV, 9,95 €
Hildegard Palm wächst in den 50er Jahren als Tochter einer Arbeiterfamilie in einer Kleinstadt zwischen Köln und Düsseldorf auf. Voller Neugier und Lebenswille sieht sich im Käfig einer engen katholischen Dorfgemeinde gefangen. Bis auf einen Großvater reagiert ihre Familie verständnislos auf die außergewöhnliche Phantasie und den Wissensdurst des Mädchens. Sie stößt an die Grenzen einer Welt, in der Sprache und Phantasie nichts gelten. Zuflucht findet Hildegard in Geschichten und Büchern. Im Deutschland der fünfziger und frühen sechziger Jahre sucht das Mädchen seinen Weg in die Freiheit. Bei Schiller findet sie Jahre später ein Zitat, das ihre Gefühle wiederspiegelt: „Denken ist Flucht in den Kopf, in die Freiheit. Freiheit ist im Kopf." Durch den Besuch der Realschule entfremdet Hildegard sich noch mehr von ihrer Familie. Ulla Hahn erzählt in ihrem Roman "Das verborgene Wort" nicht nur die bewegende Geschichte dieses Mädchens, sondern vermittelt zugleich ein anschauliches Bild des Arbeitermilieus in den Fünfzigerjahren. Die Charaktere und die gut beobachteten Szenen wirken anschaulich, farbig und lebendig. Das einfühlsam dargestellte Verhalten der Figuren ist gut nachvollziehbar, und die realistischen Dialoge – viele davon in Mundart – überzeugen. Obwohl der Inhalt im Grunde nicht lustig ist, wird die Geschichte von Ulla Hahn mit sehr viel Humor und Sinn für Komik erzählt. Ulla Hahn erzählt die Geschichte von Hildegard Palm auf 622 Seiten, dennoch ist sie kurzweilig und sehr lebendig erzählt. Christa Laug
Poststraße 22
66663 Merzig
Tel. (06861) 75599
Fax (06861) 780769
info@rotezora.de
Öffnungszeiten Merzig:
Montag-Freitag: 9-18.30 h
Samstag: 9-15 h
Buchhandlung Rote Zora Losheim
Trierer Straße 3
66679 Losheim am See
Tel.: (06872) 91577
Fax.: (06872) 91579
losheim@rotezora.de
Öffnungszeiten Losheim:
Montag-Freitag:
7.30-12.30 h, 14-18 h
Samstag: 9-13 h
Während der Schulferien:
ab 9 h geöffnet
Neues Lesebuch erschienen

Buchhandlung Rote Zora und Radio Merzig präsentieren Gutenachtgeschichten mit Karlchen, dem Hasen,...

Ungestört stöbern, lesen und genießen...

Buchhandlung Rote Zora unterstützt 72 Stunden Aktion des BDKJ




