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Liao Yiwu erhält dieses Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
Die Rote Zora gratuliert dem chinesischen Autor von ganzem Herzen
Liao Yiwu:
Für ein Lied und hundert Lieder - Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen
Fischer Verlag, ISBN 978-3-10-044813-2, 24,95 €
Ein großes literarisches Zeugnis über das Menschsein in widrigsten Umständen. Bis zum Vorabend des 4. Juni 1989 führt Liao Yiwu das Leben eines so unbekannten wie unpolitischen Hippie-Poeten. Doch mit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens ist schlagartig alles anders. Nachdem Liao ein kritisches Gedicht verfasst hat, wird er zu vier Jahren Haft im Gefängnis und in einem Arbeitslager verurteilt. In seinem großen Buch schildert Liao auf literarisch höchst eindringliche Weise die brutale Realität seiner Inhaftierung. Dabei ist er schonungslos, auch sich selbst gegenüber: Er beschreibt, wie er und seine Mithäftlinge zu Halbmenschen degradiert werden und dabei manchmal selbst vergessen, was es bedeutet, Mensch und Mitmensch zu sein.
Liao Yiwu:
Fräulein Hallo und der Bauernkaiser - Chinas Gesellschaft von unten
Fischer Taschenbuchverlag, ISBN 978-3-596-18525-2, 10,95 €
Einzigartige Gespräche mit den Verstoßenen und Vergessenen der chinesischen Gesellschaft
Eine Prostituierte, ein buddhistischer Abt und der Manager einer öffentlichen Bedürfnisanstalt, ein Falun-Gong-Anhänger, ein ehemaliger Rotgardist und ein Feng-Shui-Meister − sie und viele andere hat Liao Yiwu, einer der bekanntesten Autoren Chinas und selbst ehemaliger politischer Häftling, mit Respekt, Einfühlungsvermögen und Humor nach ihrem Leben und ihren Hoffnungen befragt. Diese einzigartigen Gespräche lassen uns ein China entdecken, das wir sonst nicht zu sehen bekommen − ein China der Ausgestoßenen, der Heimat- und Obdachlosen, der Bettler und Straßenmusiker, deren Würde, Witz und Menschlichkeit ihnen niemand hat nehmen können.
Liao Yiwu
Liao Yiwu, geboren 1958 in der Provinz Sichuan, wuchs als Kind von Eltern »ohne dauerhafte Aufenthaltserlaubnis« in der großen Hungersnot der 60er Jahre auf. 1989 verfasste er das Gedicht „Massaker“ zu der blutig niedergeschlagenen Revolte am „Platz des Himmlischen Friedens“. Hierfür wurde er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt. 2007 wurde Liao Yiwu vom Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrum mit dem Preis »Freiheit zum Schreiben« ausgezeichnet, dessen Verleihung in letzter Minute verhindert wurde. 2009 erschien auf Deutsch sein von Kritik und Publikum euphorisch begrüßtes Buch „Fräulein Hallo und der Bauerkaiser − Chinas Gesellschaft von unten“, das weltweit große Beachtung fand, in China jedoch verboten ist. Als sein Buch „Für ein Lied und hundert Lieder“ in Deutschland erschien, gelang es Liao Yiwu, China zu verlassen. Seitdem lebt er in Berlin.
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