News

Literarisches Nachtcafé: Karl May – ein Großmystiker?

Donnerstag, 19. April 2018, 20.00 Uhr, Buchhandlung Rote Zora in Merzig


Diesmal wird Manfred Thesen uns im Literarischen Nachtcafé den Autor Karl May vorstellen.

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir Sie zu einem Glas Wein ein.
Eintritt: 6 € incl. Wein und Brezeln.

Ich reise, um allüberall , im Urwald, in der Steppe, der Wüste, im Leben der Verachteten und Bedrängten, im Herzen des sogenannten Wilden die Spuren Gottes, die Wahrzeichen und Beweise der ewigen Liebe und Gerechtigkeit zu suchen, denn meine Bücher sollen zwar Reisebeschreibungen, aber in dieser Form Predigten der Gottes- und Nächstenliebe sein.”

Karl May (1842 – 1912) – dieser Name steht für spannende Unterhaltung, für legendäre Helden wie Winnetou und Old Shatterhand. Sein Werk ist umstritten und war es seit jeher: Man verehrt und liebt ihn, man beschimpft ihn als Aufschneider und Lügner. Der eine hält ihn für einen frommen Christen, der andere verdammt ihn als Verherrlicher brutaler Kraftmeierei. Die einen bestaunen sein immenses Wissen, die anderen halten ihn für flach. Für manche ist er ein Pazifist für andere wiederum ein Verherrlicher von Kampf und Krieg. Literarisch gilt er vielen als Null, andere sehen ihn – das gilt besonders für sein Alterswerk – als Symbolisten und Surrealisten, als Vorläufer von Kafka, Sartre und Kasack.


Die Romane „Im Reich des silbernen Löwen“ und „Ardistan und Dschinnistan“ sind die Höhepunkte seines Alterswerkes. Letzterer veranlasste Arno Schmidt Karl May als neuen „Großmystiker“ zu feiern und sein Alterswerk in den höchsten Tönen zu loben, was ihn nicht daran hinderte, fünf Jahre später an Karl May kein gutes Haar mehr zu lassen. In beiden Werken nahm er eine Gestaltungsform vorweg, wie wir sie heute aus der Fantasy – Literatur kennen.

Karl May ist ein Autor, zu dem man sich ein eigenes Urteil bilden muss, indem man ihn liest. Mit dieser Veranstaltung wollen die Buchhandlung Rote Zora und der Referent Manfred Thesen neugierig machen und zum Lesen einladen.


mit: Manfred Thesen

Donnerstag, 19. April, 20 h

Buchhandlung Rote Zora, Merzig, Poststr. 22

 

Eintritt: 6,- incl. Wein und Brezel
Um Anmeldung wird gebeten. Tel.: 06861/ 7 55 99 oder info(at)rotezora.de

Dieses Literarische Nachtcafé findet satt im Rahmen der saarländischen Literaturtage. […mehr]

 

KARL MAY in seiner Bibliothek in der Villa Shatterhand, dem heutigen Karl-May-Museum in Radebeul 

 

Ernst Bloch, 1885 - 1977, Philosoph:
"Karl May ist einer der besten deutschen Erzähler, und er wäre vielleicht der beste schlechthin, wäre er eben kein armer, verwirrter Proletarier gewesen ... Karl May ist aus dem Geschlecht von Wilhelm Hauff; nur mit mehr Handlung, er schreibt keine blumigen Träume, sondern Wildträume, gleichsam reißende Märchen. Es gibt nur Karl May und Hegel, alles dazwischen ist eine unreine Mischung."

Peter Härtling, geb. 1933, Schriftsteller
"Ich hörte von Karl May, bevor ich ihn las. Durch die Wüste war, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, die erste Lese-Reise, die ich mit dem Erfinder der Kopfreise unternahm. Ihr folgten weitere"

Heinrich Lübke, 1894 - 1972, Politiker (CDU), Bundespräsident (1959-69)
"In meiner Kindheit bin ich durch Karl May an Kanada gekommen. Damals war ich sieben Jahre alt. Heute ist das anders." (1967 beim Staatsbesuch in Kanada)

Axel Hacke, geb. 1956, Journalist und Schriftsteller
"Ich bin mit Karl May aufgewachsen, da gibt es Schilderungen von Grizzly-Überfällen, die dem härtestgesottenen Ego-Shooter die Daumen zittern lassen... - Ich habe seit vierzig Jahren nicht mehr Karl May gelesen, trotzdem kann ich mich nicht von ihm trennen. Nie wieder habe ich so suchtartig gelesen wie einst im May, Stunde um Stunde, Tag um Tag, ein Buch nach dem Anderen. Nie wieder hat mich ein Autor so mitgenommen in eine andere Welt, Georges Simenon später vielleicht ausgenommen. Karl May war mein Fluchthelfer aus langen Tagen, an denen ich unglücklich war oder mich langweilte. An den keiner meiner Freunde Zeit hatte, weil sie andere Freunde vorzogen, weil wir uns gestritten hatten, oder weil sie Karl May lesen wollten. Die Winnetou-Bände waren mir jedenfalls die Liebsten, Sam Hawkins meine Lieblingsfigur. Er war, wenn ich mich nicht irre, skalpiert worden, trug deshalb eine Perücke, und oft dachte ich darüber nach, wie es sein müsste, skalpiert worden zu sein. Lasen wir nicht, spielten wir Winnetou und Old Shatterhand."

© Fotos: Karl-May-Verlag


Suchen

Buchhandlung Rote Zora Merzig
Poststraße 22
66663 Merzig
Tel. (06861) 75599
Fax (06861) 780769
info@rotezora.de

Öffnungszeiten Merzig:
Montag-Freitag: 9-18.30 h
Samstag: 9-15 h


Buchhandlung Rote Zora Losheim
Trierer Straße 3
66679 Losheim am See
Tel.: (06872) 91577
Fax.: (06872) 91579
losheim@rotezora.de

Öffnungszeiten Losheim:
Montag-Freitag:
9.00-12.30 h, 14-18 h
Samstag: 9-13 h



Literaturtage im Saarland – 7. Bis 22. April 2018


>...mehr

„Ein Gespenst geht um in Europa …“


>...mehr

Vom Glück, Vögel zu beobachten


>...mehr

Welche Rote-Zora-Mitarbeiterin feierte hier ihre Kommunion?


>...mehr